„Der Aufstieg ist rituell, dies hier sind hängende Gärten, die gleichen, die Salomon de Caus für den Schloßpark in Heidelberg entworfen hatte, für den pfälzischen Kurfürsten Friedrich V. im großen Jahrhundert der Rosenkreuzer. Der Hortus palatinus imitierte den Makrokosmos.

De Caus wußte, daß man durch die Form der Gärten die Gestirne beeinflussen kann, denn es gibt Zeichen, die durch ihre Konfiguration die Harmonie des Universums nachahmen, die sich zueinander beugen, einander betrachten und sich umarmen, und sie zwingen zur Liebe.

Sie haben keine bestimmte, determinierte Form, sie dürfen keine haben. Jedes von ihnen, je nachdem, wie es ihm sein Furor gebietet oder der Elan seines Geistes, erprobt bestimmte Kräfte, wie es mit den Hieroglyphen der Ägypter geschah. Es kann keine andere Beziehung zwischen uns und den göttlichen Wesen geben als durch Siegel, Figuren, Gestalten und Zeremonien. Aus demselben Grund sprechen die Gottheiten zu uns durch Träume und Rätsel.

Und nichts anderes sind diese Gärten. Jedes Element dieser Terrasse reproduziert ein Geheimnis der alchimistischen Kunst, nur sind wir leider nicht mehr imstande, es zu lesen.

Der ganze Garten ist lesbar wie ein Buch oder ein Zauberspruch, was im übrigen dasselbe ist. Sie könnten, wenn sie ihn verstünden, die Worte, die dieser Garten sagt, leise aussprechen und wären damit in der Lage, durch jedes von ihnen eine der zahllosen Kräfte zu lenken, die in der sublunaren Welt tätig sind.

Der Garten ist ein Apparat zur Beherrschung des Universums.“

Aus Umberto Eco „Das Foucaultsche Pendel“

Laßt Blumen sprechen:

Vorgartengestaltung